„Man hat immer die Zeit, sich zu engagieren“
Pia Packmohr, Jahrgang 1993, ist Schülerin des Mädchengymnasiums Borbeck und besucht dort die 11. Klasse. Neben starken schulischen Leistungen setzt sie sich vor allem für den Klimaschutz ein. „Es muss sich langfristig etwas ändern, damit sich eine nachhaltige Verbesserung des Klimas einstellt“, erklärte die Schülerin, die am 13. März im Rahmen von „Essens Beste“, einer Auszeichnung des Jugendamtes für junge, engagierte Essener, als eine von vier Nominierten für den Schülerpreis im Rampenlicht der Philharmoniebühne steht.
Um ihren Beitrag zur Umwelt leisten zu können, nahm Pia schon an dieversen Projekten teil, u. a. an der Konferenz „Climate Change as Cultural Change“. Zusammen mit dem „Klima-Team“ des Mädchengymnasiums besuchte sie im Dezember letzten Jahres auch die Klimakonferenz in Kopenhagen. Von dort schilderte sie ihre Eindrücke mittels eines Blogs im Internet.
Natürlich unterstützt sie auch als einer von mehreren „Klimawächtern“ die CO2-Einsparprojekte an ihrer Schule. Auch die „Klimaschutzkiste“ wird von Pia betreut. In dieser Kiste befinden sich Pflanzen, die regelmäßige Pflege brauchen. Daneben zeigt sie auch Engagement in sozialen Projekten, zurzeit an einem Projekt des Weigle-Hauses, namens „Ten SING“. Dort gestaltet sie zusammen mit anderen Jugendlichen Konzerte, spielt Schlagzeug und leitet Workshops.
Ihre Mitschülerinnen und Freundinnen bezeichnen sie als stets hilfsbereit, intelligent, zielstrebig und besonders ehrgeizig. „Seit ich sie kenne, hat sie diesen Umweltschutzgedanken“ so ihre Lehrerin Frau Schnettler-Dietrich, „das besondere an Pia ist, dass sie absolut universal interessiert ist, alles schwammähnlich aufsaugt und sich sofort ohne zu zögern für die unterschiedlichsten Sachen einsetzt.“
Nach dem Abitur möchte sie studieren. „Wahrscheinlich etwas im naturwissenschaftlichen Bereich, wobei es schwer ist sich für etwas zu entscheiden, da ich mich auch für Philosophie, Ethik und Politik interessiere“. Ihr Traum ist es im Ausland studieren und leben zu können. Wenn sie den Essens-Beste-Preis gewinnen würde, würde sie sich mit dem Preisgeld diesen Traum teilweise finanzieren.
Anja Margitan, „Essens-Beste“-MediaTeam

TROTZ RHÖNRAD MIT BEIDEN BEIDEN AUF DEM BODEN
2009 war definitiv ihr Jahr. Mareike Jochem wurde bei der WM „Juniorenweltmeisterin“ im Rhönrad-Mehrkampf und räumte außerdem eine Bronze- und zwei Silbermedaillen ab. Außerdem wurde sie als eine der fünf besten Sportlerinnen NRWs für den FELIX-Award vorgeschlagen. Für die Deutschen Meisterschaften hat es letztes Jahr leider nicht mehr gereicht, ein Fingerbruch hinderte sie an der Teilnahme. Für den krönenden Jahresabschluss sorgte schließlich ihr Vater, der sie für den Wettbewerb „Essens Beste“, einer Auszeichnung des Jugendamtes für junge, engagierte Essener, vorschlug. Nun steht sie am 13. März als eine von vier Nominierten für den Sportpreis auf der Bühne der Philharmonie.
Die Anerkennung hat ihren Grund: Die 17-jährige Schülerin des Helmholtz Gymnasiums trainiert nebenbei auch noch „ihre Kleinen“, den Nachwuchs ihres Vereins SG Heisingen, in der Disziplin Rhönrad. Von dieser Sportart hat jeder schon einmal gehört, populär ist das Turnen in einem großen, sich drehenden Reifen, noch immer nicht. Aber die gesamte Familie arbeitet daran: „Mein Opa ist erster Vorsitzender des SG Heisingen und meine Mutter hat die Sportart dann irgendwann in den Verein gebracht. Als Kind habe ich immer schon mit einem Rad gespielt.“ Im Alter von acht Jahren konnte Mareike endlich ins Runde, sie war groß genug, um den kleinsten Reifen – mit einem Durchmesser von 1,70 Meter – zu kontrollieren.
Die Frage, ob man während der akrobatischen Übungen nicht einen Drehwurm bekomme, bringt sie zum Lachen: „Das Rhönrad zu turnen ist schon ein sehr anspruchsvoller Sport, er fördert vor allem das Gleichgewicht und ist gut für Körperhaltung und Körperspannung. Aber schwindelig wird man nicht.“
Neben dem Rhönradturnen und dem Trainieren der Kindergruppe des Vereins, tritt sie außerdem als Performerin von so genannten „Cyr Wheel“ Shows auf. Der Cyr erinnert in entfernter Weise an ein Rhönrad. Mareike benutzt diesen Ring für eine Balance- und Akrobatiknummer, bei der sie anmutige Bewegungsbilder schafft – und dabei ihr Taschengeld auffrischt.
Allerdings sind solche Engagements aufgrund der schon erwähnten mangelnden Popularität noch recht selten. Wenn Sie, liebe Leser, also für Ihre nächste Jubiläums-, Firmen oder Vereinsfeier noch einen außergewöhnlichen Showact suchen – Mareike hätte nichts gegen eine Kontaktaufnahme über ihre Homepage unter www.mareikejochem.de.
Das nächste Ziel ist ganz klar die Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2010. Die Qualifikation hierfür beginnt exakt am 13. März, dem Datum der „Essens Beste“-Gala in der Philharmonie Essen, „ein gutes Omen!“
Wird sie nun „Essens Beste“ in der Kategorie Sport? „Schwierige Frage, alle Nominierten haben gute Qualifikationen und jeder sicherlich seine Vor- und Nachteile.“ Einen Überblick über 28 potenzielle Gewinner in sieben Kategorien und weitere Information zu Essens Beste findet sich im Internet unter www.essens-beste.de.
Mareike Jochem hat auch unabhängig von Sport und „Essens Beste“ gute Karten für die Zukunft. 2011 steht das Abitur an, „danach würde ich gerne ins Ausland gehen, um neue Erfahrungen zu sammeln.“
Nächstes Jahr muss sie außerdem bei den Erwachsenen im Verein mitmischen und beweisen, dass sie auch dieser Konkurrenz gewachsen ist. Die Senioren können sich schon mal warm anziehen.
Birte Kinner, „Essens-Beste“-MediaTeam
VOM BESTE-NEWS-MITGLIED ZUM JOURNALISTEN
Porträt über Pascal Hesse, freier Mitarbeiter der NRZ
Wenn man ihn so sieht, ein großer junger Mann, dessen neugieriger Blick hinter einer Brille versteckt ist, schätzt man sein Alter auf Anfang 20. Wenn man dann jedoch hört, was er alles macht, ehrenamtlich sowie beruflich, dann ist man sich sicher, dass Pascal Hesse mindestens 30 Jahre alt sein muss.
Der tatsächlich 22-jährige stand beim Treffen des MediaTeams Anfang November für Fragen und Antworten über seinen beruflichen Werdegang und seine Arbeit bei „Essens Beste“ zur Verfügung. Seit vier Jahren arbeitet er als freier Journalist bei der NRZ. Anfangs hat er über Kultur und Gastronomie geschrieben, heute liegen seine Schwerpunkte in Politik, Jugend und Sozialem.
So arbeitet er beispielsweise gerade an einer Reihe zum Thema „Ausbildung in Essen“. Als ob das nicht genug wäre, studiert er nebenbei noch gleich zwei Studiengänge an der Fern-Uni Hagen: Politik- und Verwaltungswissenschaften zum einen und Kulturwissenschaften zum anderen.
Das Schreiben machte ihm immer schon viel Spaß, das konnte Hesse bei der Schülerzeitung des Don Bosco Gymnasiums unter Beweis stellen. Während seine Freunde die freie Zeit am Strand genossen, hat Pascal Hesse während der Schulferien ein Praktikum bei der NRZ gemacht. Auf einen Auslandsaufenthalt folgte noch ein Praktikum im Landtag.
Als 2007 die Loveparade in Essen stattfand, traf er zufällig Uli Führmann, den Redaktionsleiter der NRZ, und fragte direkt nach, wie es mit einer Stelle als freier Mitarbeiter bei der NRZ aussehe – in der Woche danach hatte Hesse den Job. An seinen ersten Artikel erinnert er sich heute noch mit einem Schmunzeln. Dieser trug den Titel „Kneipiers gehen baden“ und erschien prompt auf dem Titelblatt der Lokalzeitung.
Der angehende Journalist hat neben verschiedenen Ehrenämtern in den Jahren 2006/2007 auch beim Vorläufer von „Essens Beste“ MediaTeam, dem Reporterteam „Beste News“ mitgewirkt. Er hat sich sogar die Domain www.essens-beste.de gesichert.
Bei seinem Besuch in der MediaTeam-Redaktion wollte die aktuelle Mannschaft natürlich von Hesse wissen, wie er eigentlich auf „Essens Beste“ und auf das MediaTeam aufmerksam geworden sei: „Ich wurde im Jahr 2005 von einer Tante bei `Essens Beste´ für die Kategorie `Ehrenamt´ vorgeschlagen, da ich mich seit meinem 14. Lebensjahr ehrenamtlich engagiere“, verweist Hesse auf seine Tätigkeit im Vorstand des Stadtverbandes der Essener Jugendverbände. Für die Auszeichnung als Preisträger hat es leider nicht gereicht, seinen Weg zum MediaTeam und somit zu „Essens Beste“ hat er dann aber trotzdem im darauf folgenden Jahr gefunden.
Allen, die eine ähnliche Laufbahn einschlagen wollen, rät Pascal Hesse, dass die Arbeit im MediaTeam sich optimal eignet, um in die Redaktionswelt „reinzuschnuppern“. „Wenn man Pressemitteilungen für das Jugendamt schreibt und diese in der Zeitung abgedruckt werden, hat man einige gute Referenzen aufzuweisen“, unterstreicht Hesse.
Das Wichtigste ist jedoch: „Immer dranbleiben, geradeaus sein und sich nicht entmutigen lassen. Man sollte immer Druck machen und kein `Nein´ akzeptieren. Und egal, wie langweilig die Story zu sein scheint, man sollte immer so lange nachbohren, bis man etwas Interessantes entdeckt hat.“
„Mir hat die Arbeit beim MediaTeam sehr viel Spaß gemacht und ich finde, dass dieses Projekt eine gute Sache ist. Die Stadt Essen und ihre Jugend hat Potenzial - man muss es nur finden“, sagt Hesse und weiß auch schon wie: „Die Essener Jugendverbände kennen die Jugendlichen, die gute Taten vollbringen.“
Seine Pläne für die Zukunft hat er schon vor Augen: „Mit 30 möchte ich einen Bachelor und einen Master-Abschluss haben.“ Ansonsten wird er weiter als freier Mitarbeiter der NRZ arbeiten und nach neuen Herausforderungen Ausschau halten.
Text: Birte Kinner